Wie wollen die im Landtag vertretenen Parteien nach der Wahl die Kultur und die Kulturfördervereine im Land stärken? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 4. Tags der Kulturfördervereine im Schweriner Schloss am 29. August 2026. Alle im Landtag vertretenden Parteien stellten sich den Fragen der Engagierten des Landesnetzwerks der Kulturfördervereine auf einer Podiumsdiskussion.
Dabei zeigte sich bei den meisten Parteien große Einigkeit: Die Vertreterinnen und Vertreter von SPD, CDU, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP sprachen sich dafür aus, Kultur als Staatsziel in der Verfassung Mecklenburg-Vorpommerns zu verankern. Die AfD lehnte dies ab und sprach sich auch gegen ein Kulturfördergesetz aus.
Ein weiteres zentrales Thema war die Unterstützung und Entlastung ehrenamtlich Engagierter. Über Parteigrenzen hinweg bestand Konsens, dass Förderverfahren vereinfacht und bürokratische Hürden abgebaut werden sollten. Die Einführung von Pauschalbeträgen anstelle detaillierter Abrechnungen einzelner Ausgabepositionen wurde von allen Parteien mit Ausnahme von Manuela Medrow (AfD) befürwortet.
Die Ehrenamtsstiftung MV habe gezeigt, wie eine Verschlankung der Antragsverfahren sehr gut funktionieren kann, so Katy Hoffmeister (CDU), dabei solle den Antragstellern mehr Vertrauen entgegengebracht werden, sagte Jakob Schirmer (FDP). Beatrix Hegenkötter (SPD) sprach sich dafür aus, in der in diesem Jahr verabschiedeten Engagementstrategie MV zu prüfen, welche Maßnahmen speziell für Kulturfördervereine hilfreich wären. Auf die in der Ehrenamtsstrategie erwähnte besondere Wichtigkeit des Engagements in den ländlichen Räumen verweis Elke-Annette Schmidt (DIE LINKE). Für eine institutionelle Unterstützung ausgewählter Kulturorte bzw. Vereine sprach sich Ole Krüger (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) aus.
Eröffnet wurde der Tag der Kulturfördervereine mit Grußworten von Birgit Hesse, Präsidentin des Landtags Mecklenburg-Vorpommern, und Sebastian Ehlers, Oberbürgermeister Schwerin. Neben der Podiumsdiskussion standen Fachvorträge zu Fragen der Vereinspraxis sowie der Austausch und die Vernetzung der Kulturfördervereine auf dem Programm. Die Veranstaltung wurde vom Landesnetzwerk der Kulturfördervereine MV und dem Verein der Freunde des Schweriner Schlosses e. V. organisiert und aus Mitteln des Kulturministeriums MV finanziert.
In rund 450 Fördervereinen und Freundeskreisen in MV engagieren sich Bürgerinnen und Bürger für Erhalt und Förderung von Kunst und Kultur. Mit 28 Vereinen pro 100.000 Einwohnern ist ihre Präsenz in dem dünn besiedelten Land bemerkenswert hoch und liegt auf Platz 5 im Bundesländervergleich. Die meisten Vereine setzen sich für den Bereich Baukultur und Denkmalschutz ein (40 %).
Das Landesnetzwerk der Kulturfördervereine MV ist ein loser Verbund, mit dem erstmals ein Ansprechpartner für kulturfördernde Vereine in Mecklenburg-Vorpommern existiert. Das Netzwerk möchte den Kulturfördervereinen Gesicht, Gewicht und Stimme geben und ihre Zusammenarbeit fördern. Es wurde vom DAKU Dachverband der Kulturfördervereine in Deutschland e. V. mit Unterstützung der Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern initiiert.Das Landesnetzwerk der Kulturfördervereine MV ist Teil der Länderallianz im DAKU, die gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder initiiert wurde.